nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

nachschlagLATEINAMERIKA
EU-Mercosur-Abkommen: Vor einem Jahr verständigten sich Bolsonaro, Macri, Macron und Merkel auf die Schaffung eines großen Wirtschaftsraumes.

BRASILIEN
Deutsche Welle feuert Schriftsteller J.P. Cuenca wegen dessen Kritik an Brasiliens Präsidenten. Auf Telepolis antwortet Cuenca der Sendeleitung

KOLUMBIEN
Kolumbien ist Aufmarschgebiet der USA in Lateinamerika. Militär unter totaler Kontrolle Washingtons. Ein Gespräch mit Andrés París

KUBA
»Zynisch und menschenverachtend«: Druck aufbauen für Aufhebung der US-Blockade gegen Kuba. Ein Gespräch mit Hans-Peter Weymar, Mitinitiator einer Petition an die Bundesregierung

Corona und die Sanktionen treffen Kuba hart. Der Deutsche Rainer G. Schultz leitet ein US-Forschungszentrum im Inselstaat – und hat nun eine Petition initiiert.

Petition: Deutschland mit Europa – Für ein Ende der Blockade gegen Kuba!

Tatsächlich Helden: Olivier Assayas’ Film »Wasp Network« über den Kampf der »Cuban Five« gegen exilkubanische Machenschaften

MEXIKO
Verschwundene Studenten in Mexiko: Im Fall der 2016 in Iguala verschwundenen 43 Studenten wurde eine weitere Person verhaftet. Angehörige misstrauen dem offiziellen Tathergang.

PERU
In Lateinamerika schuften Millionen, meist Frauen, für Besserverdienende. Sie gehören zu den Verliererinnen der Pandemie. Peru will das jetzt ändern.

VENEZUELA
Venezuela weist EU-Botschafterin nach Verhängung neuer Strafmaßnahmen aus. Spanien offenbar in gescheiterte Söldnerinvasion verstrickt

Lizenz zum Stehlen: Bank of England muss venezolanisches Gold nicht an Regierung zurückgeben. Caracas kündigt Berufung an

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nachschlagBOLIVIEN
Boliviens selbsternannte »Übergangspräsidentin« Jeanine Áñez ist unter dem Druck der sozialen Bewegungen eingeknickt. Am Sonntag abend (Ortszeit) verkündete die De-facto-Regierungschefin in einer im nationalen Fernsehen übertragenen Ansprache, ihre Unterschrift unter ein Gesetz zur Durchführung von Wahlen am 6. September setzen zu wollen. Erst am Dienstag der vergangenen Woche hatte Áñez noch angedeutet, den Abstimmungstermin ein weiteres Mal verschieben zu wollen.

In Bolivien gehen De-facto-Regierung und Justiz in zunehmender Aggressivität gegen Vertreter der letzten gewählten Regierung von Präsident Evo Morales vor. Seit dem 31. Januar befindet sich die ehemalige Kabinettschefin Patricia Hermosa wegen des Vorwurfs des Aufruhrs, des Terrorismus und der Terrorismusfinanzierung in Haft.

BRASILIEN
Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro hat sich zu einem gewagten Vorstoß entschlossen: Im Zuge der Corona-Epidemie will er das Erziehungswesen Brasiliens von seinem “kommunistischen Einfluss” befreien. Zu diesem Zweck sollen die für dieses Jahr vorgesehenen Wahlen der Universitätsdirektoren ausgesetzt werden, da unter den Bedingungen der Seuche kein Wahlkampf geführt werden könne.

KOLUMBIEN
Das Außenministerium der Vereinigten Staaten und die US-Drogenbehörde DEA haben ein Kopfgeld auf Iván Márquez und Jesús Santrich, zwei Comandantes der linken kolumbianischen Guerillaorganisation FARC-EP, ausgesetzt.

KUBA
Das kubanische Ministerium für Tourismus hat einen Neustart des Fremdenverkehrs in der andauernden Corona-Krise verkündet. Die Regierung des Karibikstaates habe gemeinsam mit Gesundheitsbehörden und der Weltgesundheitsorganisation einen entsprechenden Plan ausgearbeitet, so Tourismusminister Juan Carlos García.

Im US-Kongress haben republikanische Hardliner gegen Kuba eine Gesetzesvorlage eingereicht, mit der Druck auf Länder ausgeübt werden soll, die kubanisches Medizinpersonal beschäftigen.

VENEZUELA
Voraussichtlich im Dezember sollen in Venezuela Parlamentswahlen stattfinden. Die Neubesetzung der Nationalversammlung ist für die politischen Lager in dem südamerikanischen Land von strategischer Bedeutung, denn seit den letzten Wahlen 2015 ist die Legislative in der Hand der Opposition, die damals rund zwei Drittel der Mandate gewinnen konnte. Seither liefern sich die verschiedenen Staatsgewalten einen unermüdlichen und erbitterten Machtkampf. Doch die Ausgangslage ist für beide Lager ungünstig. Während die Opposition zerstritten und zersplittert ist, hat das Ansehen der Regierung gelitten, weil sie kaum in der Lage war, die wirtschaftliche Lage zu stabilisieren.

Die Opposition um den selbsternannten Übergangspräsidenten Juan Guaidó in Venezuela führt offenbar Gespräche mit dem US-Justizministerium, um an beschlagnahmte Vermögenswerte der venezolanischen Regierung und von Funktionären des südamerikanischen Landes zu gelangen.

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nachschlagARGENTINIEN
Der argentinische Präsident Alberto Fernández hat vergangene Woche überraschend eine Intervention beim Agrarkonzern Vicentín angekündigt und erklärt, mit Hilfe einer Gesetzesvorlage die Verstaatlichung der Firma anzustreben.

Die Ermittlungen rund um die illegalen Aktivitäten des argentinischen Bundesgeheimdienstes AFI während der Regierungszeit des konservativen Präsidenten Mauricio Macri (2015–2019) bringen immer mehr neue Erkenntnisse zutage. Am Bundesgericht von Lomas de Zamora in der Provinz Buenos Aires laufen derzeit Untersuchungen gegen Mitglieder eines illegalen Spionagenetzwerks innerhalb des AFI. Ihnen wird vorgeworfen, über Jahre hinweg Politiker, Richter, Journalisten, Unternehmer, Geistliche, Gewerkschafter und Sozialaktivisten systematisch und ohne jegliche rechtliche Befugnis ausspioniert zu haben.

CHILE
Chiles Frauenministerin Macarena Santelices ist am Dienstag nach nur 34 Tagen im Amt zurückgetreten. Die Ernennung der Großnichte des Ex-Diktators Augusto Pinochet hatte in dem Andenstaat von Anfang an für Polemik gesorgt.

ECUADOR
In Ecuador halten die Proteste gegen die Sparmaßnahmen der Regierung von Präsident Lenín Moreno weiter an. Der Staatschef hatte unter anderem angekündigt, staatliche Unternehmen zu privatisieren oder zusammenzulegen.

KUBA
Aufgrund einer stark abnehmenden Zahl an Corona-Neuinfektionen und nach mehreren Tagen ohne einen Toten infolge des Virus hat Kuba einen Plan für schrittweise Lockerungen vorgestellt.

VENEZUELA
Die venezolanischen Erdölexporte sind in der ersten Junihälfte nach Informationen der Agentur Reuters um 28 Prozent eingebrochen und liegen damit auf dem niedrigsten Stand seit 70 Jahren. Das von den USA verhängte Embargo und der damit einhergehende Druck auf Unternehmen und Staaten, die venezolanisches Erdöl kaufen und weiterverarbeiten, entfaltet also immer mehr Wirkung.

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nachschlagLATEINAMERIKA
In der Pandemie schrumpfen die »remesas«, die vornehmlich in US-Dollar getätigten Devisentransfers. Länder in Mittelamerika und der Karibik sind besonders abhängig von den Überweisungen Ausgewanderter an ihre Familien.

Bereits seit einigen Wochen ist Lateinamerika das neue Epizentrum der Covid-19-Pandemie. Und noch immer steigen die Zahlen weiter stark an: Brasilien meldet bis zum Mittwoch 770.000 Fälle, Peru 210.000, Chile 150.000 und Mexiko 125.000 – und das bei meist unzureichender Testung.

BOLIVIEN
Fast acht Monate nach dem Sturz des bolivianischen Präsidenten Evo Morales sieht nun auch die US-Tageszeitung New York Times die These eines Wahlbetrugs durch den ersten indigenen Staatspräsidenten entkräftet. Diesen Vorwurf hatten die rechtsgerichtete Opposition und die US-nahe Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) erhoben.

Die nach dem Putsch vom vergangenen Jahr notwendig gewordenen Präsidentschaftswahlen in Bolivien sollen nun am 6. September stattfinden. Salvador Romero, Direktor der Obersten Wahlbehörde, gab auf einer Pressekonferenz in La Paz bekannt, dass sich die Mehrheit der Kandidaten verschiedenster Parteien gemeinsam auf einen Gesetzesentwurf und das Datum geeinigt haben.

BRASILIEN
Waffenhersteller Sig Sauer will künftig auch in Brasilien produzieren. Präsident Bolsonaro lockert die Gesetze, nun plant die Waffenschmiede dort ein Joint-Venture.

Zahlen aus dem von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Verwaltungsbezirk der brasilianischen Metropole São Paulo, Brasilândia, belegen erneut, dass die sozial benachteiligten afrobrasilianischen Gemeinden von dem Virus überdurchschnittlich betroffen sind. Die Mortalität unter schwarzen Brasilianern liegt demnach viermal über dem Landesdurchschnitt.

Die Palmares-Stiftung gilt in Brasilien als eine der wichtigsten Kulturinstitutionen des Landes. Benannt nach einer Siedlung, die um 1600 von entflohenen Sklaven gegründet wurde, dient sie der Förderung der schwarzen Kultur. Ihr neuer Präsident will die Geschichte vom Widerstandskampf nun umschreiben.

CHILE
Rücktritt nach 34 Tagen: Schon der Amtsantritt von Frauenministerin Macarena Santelices wurde in Chile von Protesten begleitet. Auch die Nachfolgerin wird kritisiert.

Am 4. Juni wurde in der Nähe der südchilenischen Stadt Collipulli in der Region Araucanía ein Mapuche-Aktivist von Unbekannten erschossen. Alejandro Treuquil (37) starb im Krankenhaus, nachdem er von mehreren Schüssen getroffen wurde.

KUBA
Die Vereinigten Staaten haben ihre Sanktionsliste gegen kubanische Unternehmen erweitert. Dies geht aus einem Pressestatement von US-Außenminister Mike Pompeo hervor. Betroffen ist jetzt auch der Finanzdienstleister FINCIMEX, welcher Auslandsüberweisungen abwickelt.

MEXIKO
Alle zweieinhalb Stunden wird in Mexiko eine Frau ermordet. Der Präsident Andrés Manuel López Obrador wurde 2018 mit dem Versprechen gewählt, die Ungleichheit zu bekämpfen. Doch gegen die Gewalt an Frauen hat er zu wenig getan.

SURINAME
Zwei Wochen nach den Parlamentswahlen in Suriname sind die Ergebnisse noch immer nicht offiziell bestätigt. Zwar erklärte die Oberste Wahlbehörde die Auszählung für abgeschlossen, jedoch gilt sie noch immer als vorläufig.

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nachschlagLATEINAMERIKA
So reagieren Lateinamerikaner und Hispanics auf den Tod von George Floyd: Viele Anklagen zur Ungleichheit auf dem amerikanischen Kontinent und zu den “doppelten Standards” Washingtons in Menschenrechtsfragen

ARGENTINIEN
Anklage gegen Ex-Präsident Macri nach brisantem Fund in Geheimdienstbehörde: Konservativer Politiker soll illegale Machenschaften angeführt haben. Zweite entsprechende Ermittlung. Untersuchung auch gegen andere Ex-Funktionäre

BOLIVIEN
Ein Tag in La Paz: Prekäre Arbeitsbedingungen durchziehen den Alltag vieler Bolivianer. Situation hat sich unter Pandemie und Putschregierung weiter verschärft

BRASILIEN
Ihre Sterberate an Covid-19 ist fast doppelt so hoch wie die der übrigen Bevölkerung, ihr Lebensraum wird noch schneller abgeholzt als sonst: Wie die Indigenen Brasiliens von der Politik und der Pandemie zugleich bedroht werden.

KOLUMBIEN
Whistleblower aus dem kolumbianischen Militär haben den Streitkräften des südamerikanischen Landes vorgeworfen, in den Drogenexport in der Región Bajo Cauca im Norden des Departamento Chocó beteiligt zu sein.

Alte beste Freunde: USA verlegen Truppen zur »Unterstützung im Kampf gegen die Drogen« nach Kolumbien. Aggression gegen Venezuela befürchtet

KUBA
Paypal setzt US-Embargo gegen Kuba weltweit durch: Der Online-Bezahldienst sperrt Überweisungen, die auch nur das Wort „Kuba“ enthalten. Sogar wenn es um Longdrinks geht.

Immer mehr Schweizer Banken führen keine Inlandzahlungen mehr durch, die einen Bezug zu Kuba haben. Konkret: Mitgliederbeiträge und Spenden an Solidaritätsorganisationen werden verweigert. Es ist die Umsetzung der Verschärfungen der US-Blockade gegen Kuba in der Schweiz.

Kubas Außenministerium hat am Montag die Aufnahme in eine Liste von Ländern scharf kritisiert, die nach Ansicht der US-Regierung bei der Bekämpfung des Terrorismus “nicht vollständig” mit Washington kooperieren.

MEXIKO
Die erste Dienstreise seit dem Ausbruch der Covid-19-Pandemie führte Andrés Manuel López Obrador auf schwieriges Terrain: Seit Montag tourt der Präsident Mexikos durch den Südosten des Landes, wo er bis zum 10. Juni die geplante Strecke des »Tren Maya«, einem Eisenbahnnetz auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán, besuchen wird.

SURINAME
In Suriname haben Präsident Desiré Delano »Desi« Bouterse und seine Nationaldemokratische Partei (NDP) die Wahl zur Nationalversammlung am Montag vor einer Woche klar verloren. Das gab das Unabhängige Wahlbüro in der Hauptstadt Paramaribo am Freitag bekannt. Die NDP verlor zehn Sitze und steht nun bei 16. Bouterse forderte am selben Tag eine Neuauszählung der Stimmen.

VENEZUELA
In Venezuela ist ein neues Preisregime für Benzin in Kraft getreten. Die Treibstoffpreise, traditionell die billigsten der Welt, werden erhöht. Als Neuerung dürfen zudem private Tankstellenbetreiber selbständig Benzin importieren und gegen Devisen verkaufen.

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WDR-Doku-Serie über den Fall Oury Jalloh


Foto: facebook.com/oury.jalloh.77

Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau

Von Margot Overath

Ein Asylbewerber aus Afrika verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Der an Händen und Füßen Gefesselte habe sich selbst angezündet, behaupten die Beamte. 15 Jahre lang scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären – und macht ihn damit zum Politikum.

Über ein Jahrzehnt hat die Autorin den Fall verfolgt, Akten studiert, mit Zeugen, Polizisten, Staatsanwälten, Brandexperten, Rechtsmedizinern und Kriminologen gesprochen und dabei ein beklemmendes Bild gewonnen. Die Recherchen führen in eine Gemengelage, wie es sie zum Zeitpunkt der Tat nicht nur in Sachsen-Anhalt gab: Brutale Polizeitraditionen aus Vopo Zeiten gepaart mit offenem Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus – verharmlost von Spitzen der Verwaltung und Politik. Manches davon wurde inzwischen zu einem bundesweiten Problem.

WDR5, Sendung Tiefenblick

Teil 1: Die Leiche ist schuld – 17. Mai 2020
Anhören: mp3

Teil 2: Auf den Bauch gelegt – 24. Mai 2020
Anhören: mp3

Teil 3: Der Bürger schlief tief und fest – 31. Mai 2020
Anhören: mp3

Teil 4: Opfer minderer Bedeutung – 07. Juni 2020
Anhören: mp3

Teil 5: Das höhere Gut – 14. Juni 2020
Anhören: mp3

Alle fünf Teile können auch als Podcast abonniert werden.

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nachschlagBOLIVIEN
Boliviens Interimsregierung hat trotz breiter Proteste das Dekret 4232 verabschiedet, das verkürzte Verfahren zur Zulassung von gentechnisch verändertem Mais, Zuckerrohr, Baumwolle, Weizen und Sojabohnen vorsieht.

BRASILIEN
Brasilien hat offiziell bereits die drittmeisten Corona-Infizierten weltweit. Nur in den USA und Russland sind es mehr. Offiziell sind rund 17 000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die Dunkelziffer dürfe jedoch viel höher liegen, da in kaum einem Land so wenig getestet wird wie in dem größten Staat Lateinamerikas.

Brasiliens ehemaliger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (2003–2011) hat seinem ultrarechten Nachfolger Jair Bolsonaro vorgeworfen, wegen unzureichender Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einen »Genozid« zu verursachen.

Im Zuge der Coronapandemie hat Brasiliens Regierung am Montag (Ortszeit) 150 kubanischen Ärzten erneut eine Arbeitserlaubnis erteilt. Diese waren unter anderem wegen familiärer Bindungen im Land verblieben, nachdem Havanna 2018 einen Großteil der Ärzte aufgrund von Drohungen des faschistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro abgezogen hatte.

CHILE
In Santiago de Chile gilt ab Freitag eine verschärfte Quarantäne. Wer keine Ausnahmegenehmigung besitzt, muss ab 22 Uhr zu Hause bleiben. Militär und Polizei sollen die Einhaltung streng überwachen. Die Maßnahme gilt für den Hautstadtbezirk sowie die umliegenden Kommunen und zunächst für sieben Tage. Davon betroffen sind 7,4 Millionen Menschen, etwa 40 Prozent der Bevölkerung des südamerikanischen Landes.

In Chile breiten sich Proteste wegen der Folgen der Corona-Ausgangssperren immer weiter aus. Angefangen hatten sie in den Gemeinden El Bosque und Villa Francia in der chilenischen Hauptstadtregion. Dort lieferten sich am vergangenen Montag Anwohner Straßenschlachten mit der Polizei, nachdem diese mit Gewalt auf die Proteste reagiert hatte. Auslöser der Demonstrationen sei, dass viele Bewohner dieser Gemeinden mit einer sowieso schon prekär lebenden Bevölkerung wegen der infolge der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen nichts zu essen hätten. El Bosque ist seit Mitte April unter Quarantäne. Dort setzte die Polizei Tränengasgranaten und neu aus der Türkei gekaufte Wasserwerfer ein.

KOLUMBIEN
Das politische Wochenmagazin Semana in Kolumbien hat eine geheimdienstliche Ermittlung innerhalb der Armee namens “Operation Kommandostab” enthüllt, die korrupten Militärangehörigen seit 2017 nachgespürt hat. Das Ergebnis: 16 Generale, 218 Offiziere und 122 Unteroffiziere, die Geld der Armee veruntreut oder Informationen und Logistik an paramilitärische Drogenorganisationen verkauft haben.

KUBA
Kolumbiens Regierung hat positiv auf die Entscheidung der USA reagiert, Kuba erneut auf die Liste der Länder zu setzen, die “den internationalen Terrorismus unterstützen”. Kuba gehört neben Norwegen zu den Garantiestaaten für die Umsetzung des Friedensvertrags, der im November 2016 zwischen der Regierung Kolumbiens und der Farc-EP-Guerilla abgeschlossen wurde.

Das zur Biocubafarma-Unternehmensgruppe gehörende Immunoassay Center (CIE) in Kuba hat in nur sechs Wochen ein neues System zur Diagnose von Covid-19 entwickelt. Der spezielle kubanische Beitrag zu dieser Diagnosetechnik besteht darin, dass es mit sehr kleinen Mengen an Reagenzien und Proben durchzuführen ist und als Ultra-Mikro-Analysesystem (Suma) bezeichnet wird. Derzeit gibt es im ganzen Land 232 Labors mit derartiger Suma-Technologie.

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla erklärte auf der am 12. Mai gebotenen virtuellen Pressekonferenz zum Terroranschlag auf die kubanische Botschaft in den Vereinigten Staaten: „Hier ist ein Angreifer, ein AK-47- Sturmgewehr, 32 Projektilpatronen, 32 Einschusslöcher und die Erklärung des Angreifers bezüglich der Absicht, anzugreifen und zu töten“

URUGUAY
Leben wie das Volk: Uruguays früherer Präsident José »Pepe« Mujica feiert seinen 85. Geburtstag

VENEZUELA
Die Justiz auf der niederländischen Antilleninsel Curaçao hat den Besitzern des portugiesischen Kreuzfahrtschiffes RCGS Resolute, das Anfang April in einen schweren Zwischenfall vor der venezolanischen Küste verwickelt war, die Freigabe und Weiterfahrt des Schiffs verweigert.

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nachschlagARGENTINIEN
Abgeordnete des argentinischen Kongresses haben gemeinsam mit sozialen Organisationen ein Projekt zur staatlich unterstützten Vernetzung kleiner Nahrungsmittelproduzenten vorgestellt. Ziel ist die Gründung eines Unternehmens in öffentlicher Hand, das künftig für die Vermarktung und den Vertrieb von Produkten von Kleinbauern und regionalen Kleinunternehmern sorgt.

CHILE
Die Ernennung von Macarena Santelices zur neuen Ministerin für Frauen und Geschlechtergleichheit durch Chiles Präsident Sebastián Piñera hat in den letzten Tagen für viel Kritik gesorgt. Santelices ist eine Großnichte des ehemaligen Diktators Augusto Pinochet und hat stets das Militärregime verteidigt.

KOLUMBIEN
Die Verfolgung der politischen Opposition in Kolumbien nimmt kein Ende. Jüngstes Opfer ist der ehemalige Guerilla-Kämpfer Wílder Daniel Marín Alarcón.

KUBA
Kubas Pandemie-Maßnahmen greifen: laut dem britischen „EndCorona“-Ranking erzielt die Insel zusammen mit Vietnam, Südkorea, China und 28 weiteren Ländern den weltweit größten Erfolg bei der Bekämpfung des Virus, während Deutschland in der mittleren Gruppe landet.

MEXIKO
Der mexikanische Präsident, Andrés Manuel López Obrador, nutzt die globale Pandemie, um die Bedingungen in der Weltwirtschaft anzuprangern. Grund für die aktuelle Krise sei der Neoliberalismus, Covid-19 beschleunige lediglich den Fall des neoliberalen Wirtschaftsmodells.

VENEZUELA
In Venezuela sind nach einer gescheiterten Militäraktion unter den Decknamen “Gideon” gegen die Regierung von Präsident Nicolás Maduro mehrere Personen vor Gericht gestellt worden.

Die venezolanischen Behörden haben Vernehmungsvideos mit einem Beteiligten an der gescheiterten Söldnerinvasion vom 3. Mai veröffentlicht, die eine Verbindung der US-Administration mit dem Unternehmen untermauern sollen.

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nachschlagARGENTINIEN
Der Ausschuss der privaten Gläubiger argentinischer Staatsschulden (ACC) hat den Vorschlag der Regierung von Präsident Alberto Fernández vom Donnerstag vergangener Woche zur Restrukturierung der Schulden des Landes abgelehnt.

BOLIVIEN
Innerhalb der bolivianischen Gesellschaft sind die indigenen Bevölkerungsgruppen durch die Corona-Pandemie am stärksten gefährdet, auch weil die De-Facto-Regierung sie in ihren Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus nicht berücksichtigt.

BRASILIEN
Brasiliens neuer Gesundheitsminister kündigt Lockerung von Einschränkungen des öffentlichen Lebens an. Gesundheitssystem kollabiert.

KUBA
In den letzten Tagen sind Mediziner aus Kuba in Honduras und Katar eingetroffen. Damit steigt während der Corona-Pandemie die Zahl der im Ausland tätigen kubanischen Spezialisten auf rund 2.000 in über 20 Delegationen an.

Das US-Finanzministerium hat die Citibank in New York angewiesen, gesperrte Gelder eines Kontos auf den Namen der Zentralbank von Venezuela (BCV) auf ein Konto der US-Zentralbank zu überweisen. Dies wurde von der venezolanischen Nationalversammlung anschließend genehmigt, wodurch die rechtsgerichtete Opposition um den selbsternannten “Interimspräsidenten” Juan Guaidó Zugriff auf die Finanzmittel erhalten und genommen hat.

VENEZUELA
Täglich erreichen Hunderte Venezolaner die kolumbianische Grenzstadt Cúcuta, von wo aus sie in ihre Heimat einreisen. Bereits Mitte der vergangenen Woche waren laut Angaben venezolanischer Behörden mehr als 6.000 Staatsangehörige in ihr Heimatland zurückgekehrt, insbesondere aus Kolumbien, Ecuador und Peru. Anlass ist unter anderem die in diesen Ländern sehr viel verheerendere Lage angesichts der Covid-19-Pandemie.

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nachschlagLATEINAMERIKA
Bei einem virtuellen Treffen hat die Puebla-Gruppe das sofortige Ende der Wirtschaftssanktionen der USA gegen Venezuela und Kuba gefordert. Dem 2019 in der mexikanischen Stadt Puebla gegründetee Zusammenschluss gehören progressive Persönlichkeiten aus ganz Lateinamerika an. Unter ihnen auch die Ex-Staatsoberhäupter mehrerer Länder, so Dilma Rousseff und Lula Da Silva (Brasilien), Rafael Correa (Ecuador), Evo Morales (Bolivien) und José Mujica (Uruguay) sowie der amtierende argentinische Präsident Alberto Fernández.

BOLIVIEN
Zur Kontrolle der von der bolivianischen Regierung verhängten vollständigen Ausgangssperre wird seit Dienstag dieser Woche in der Stadt Santa Cruz das Militär eingesetzt. Vertreter der Regierung begründen die Militarisierung mit der angeblichen Nichteinhaltung der angeordneten Maßnahmen durch die Bürger, um die Ausbreitung des Virus einzudämmen.

BRASILIEN
In Brasilien haben die Vorsitzenden und Vertreter verschiedener linker Parteien, unter anderem Fernando Haddad (Partido dos Trabalhadores, Arbeiterpartei, PT), Ciro Gomes (Partido Democrático Trabalhista, Demokratische Arbeiterpartei, PDT), Guilherme Boulos (Partido Socialismo e Liberdade, Partei für Sozialismus und Freiheit, PSOL) und Flavio Dino (Partido Comunista do Brasil, Kommunistische Partei Brasiliens, PC do B), ein “Gemeinsames Manifest der Linken für einen Rücktritt Bolsonaros” veröffentlicht.

KOLUMBIEN
Die Stiftung Insightcrime beschuldigt die kolumbianische Vizepräsidentin Martha Lucía Ramìrez und ihren Ehemann Álvaro Rincón, mit ihrer Firma Geschäfte mit dem mutmaßlichen Drogenhändler Guillermo León Acevedo Giraldo zu machen.

Die kolumbianische Regierung von Iván Duque hat am 12. März im Auftrag der Nationalpolizei fünf Panzerfahrzeuge für die umstrittene Aufstandsbekämpfungseinheit ESMAD (Escuadrón Móvil Anti Disturbios) gekauft. Die gepanzerten Fahrzeuge wurden erworben, obwohl die WHO zuvor die Covid-19-Viruserkrankung als Pandemie eingestuft und dazu aufgerufen hatte, die politischen und wirtschaftlichen Kräfte zu bündeln, um die Pandemie zu bekämpfen.

KUBA
Auf Ersuchen des Präsidenten der italienischen Region Piemont, Alberto Cirio, hat das kubanische Gesundheitsministerium eine zweite Ärzte-Delegation der Brigade Henry Reeve nach Italien geschickt. Sie leistet in Turin humanitäre Hilfe beim Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Schäbige US-Propaganda: Kuba erhält weiter Anfragen nach medizinischer Unterstützung in Coronakrise. Washington verstärkt Kampagne gegen Havanna

VENEZUELA
Venezolanische Küstenwache rammt absichtlich deutsches Kreuzfahrtschiff in internationalen Gewässern“. Diese Meldung brachte der deutsche Staatssender Deutsche Welle mit Verweis auf den Spiegel am 3. April. Doch Radarbilder und Funkaufzeichnung zeichnen ein anderes Bild. Die venezolanische Regierung wendet sich mit Brief an Deutsche Welle und fordert eine Richtigstellung.

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