nachschLAg: Ein unvollständiger Wochenrückblick

nachschlagBOLIVIEN
Boliviens Interimsregierung hat trotz breiter Proteste das Dekret 4232 verabschiedet, das verkürzte Verfahren zur Zulassung von gentechnisch verändertem Mais, Zuckerrohr, Baumwolle, Weizen und Sojabohnen vorsieht.

BRASILIEN
Brasilien hat offiziell bereits die drittmeisten Corona-Infizierten weltweit. Nur in den USA und Russland sind es mehr. Offiziell sind rund 17 000 Menschen an Covid-19 gestorben. Die Dunkelziffer dürfe jedoch viel höher liegen, da in kaum einem Land so wenig getestet wird wie in dem größten Staat Lateinamerikas.

Brasiliens ehemaliger Präsident Luiz Inácio Lula da Silva (2003–2011) hat seinem ultrarechten Nachfolger Jair Bolsonaro vorgeworfen, wegen unzureichender Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des neuartigen Coronavirus einen »Genozid« zu verursachen.

Im Zuge der Coronapandemie hat Brasiliens Regierung am Montag (Ortszeit) 150 kubanischen Ärzten erneut eine Arbeitserlaubnis erteilt. Diese waren unter anderem wegen familiärer Bindungen im Land verblieben, nachdem Havanna 2018 einen Großteil der Ärzte aufgrund von Drohungen des faschistischen brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro abgezogen hatte.

CHILE
In Santiago de Chile gilt ab Freitag eine verschärfte Quarantäne. Wer keine Ausnahmegenehmigung besitzt, muss ab 22 Uhr zu Hause bleiben. Militär und Polizei sollen die Einhaltung streng überwachen. Die Maßnahme gilt für den Hautstadtbezirk sowie die umliegenden Kommunen und zunächst für sieben Tage. Davon betroffen sind 7,4 Millionen Menschen, etwa 40 Prozent der Bevölkerung des südamerikanischen Landes.

In Chile breiten sich Proteste wegen der Folgen der Corona-Ausgangssperren immer weiter aus. Angefangen hatten sie in den Gemeinden El Bosque und Villa Francia in der chilenischen Hauptstadtregion. Dort lieferten sich am vergangenen Montag Anwohner Straßenschlachten mit der Polizei, nachdem diese mit Gewalt auf die Proteste reagiert hatte. Auslöser der Demonstrationen sei, dass viele Bewohner dieser Gemeinden mit einer sowieso schon prekär lebenden Bevölkerung wegen der infolge der Corona-Pandemie verhängten Maßnahmen nichts zu essen hätten. El Bosque ist seit Mitte April unter Quarantäne. Dort setzte die Polizei Tränengasgranaten und neu aus der Türkei gekaufte Wasserwerfer ein.

KOLUMBIEN
Das politische Wochenmagazin Semana in Kolumbien hat eine geheimdienstliche Ermittlung innerhalb der Armee namens “Operation Kommandostab” enthüllt, die korrupten Militärangehörigen seit 2017 nachgespürt hat. Das Ergebnis: 16 Generale, 218 Offiziere und 122 Unteroffiziere, die Geld der Armee veruntreut oder Informationen und Logistik an paramilitärische Drogenorganisationen verkauft haben.

KUBA
Kolumbiens Regierung hat positiv auf die Entscheidung der USA reagiert, Kuba erneut auf die Liste der Länder zu setzen, die “den internationalen Terrorismus unterstützen”. Kuba gehört neben Norwegen zu den Garantiestaaten für die Umsetzung des Friedensvertrags, der im November 2016 zwischen der Regierung Kolumbiens und der Farc-EP-Guerilla abgeschlossen wurde.

Das zur Biocubafarma-Unternehmensgruppe gehörende Immunoassay Center (CIE) in Kuba hat in nur sechs Wochen ein neues System zur Diagnose von Covid-19 entwickelt. Der spezielle kubanische Beitrag zu dieser Diagnosetechnik besteht darin, dass es mit sehr kleinen Mengen an Reagenzien und Proben durchzuführen ist und als Ultra-Mikro-Analysesystem (Suma) bezeichnet wird. Derzeit gibt es im ganzen Land 232 Labors mit derartiger Suma-Technologie.

Der kubanische Außenminister Bruno Rodríguez Parrilla erklärte auf der am 12. Mai gebotenen virtuellen Pressekonferenz zum Terroranschlag auf die kubanische Botschaft in den Vereinigten Staaten: „Hier ist ein Angreifer, ein AK-47- Sturmgewehr, 32 Projektilpatronen, 32 Einschusslöcher und die Erklärung des Angreifers bezüglich der Absicht, anzugreifen und zu töten“

URUGUAY
Leben wie das Volk: Uruguays früherer Präsident José »Pepe« Mujica feiert seinen 85. Geburtstag

VENEZUELA
Die Justiz auf der niederländischen Antilleninsel Curaçao hat den Besitzern des portugiesischen Kreuzfahrtschiffes RCGS Resolute, das Anfang April in einen schweren Zwischenfall vor der venezolanischen Küste verwickelt war, die Freigabe und Weiterfahrt des Schiffs verweigert.

Ein Gemeinschaftsprojekt von Einfach Übel und redblog