Wünschenswerte Artikel – Folge 1

In Kürze werden sich im bayrischen Elmau einige Staats- und Regierungschefs verschanzen, geschützt von einem Großaufgebot von über 17.000 Polizisten, wohlwollend begleitet von zahlreichen Medienvertretern.
Wie auch bei früheren G7- bzw. G8-Gipfeln, werden wieder zehntausende Menschen gegen die Politik jener protestieren. Die Auswahl des Veranstaltungsortes ist bewusst getroffen worden. Abseits, gut abzusperren. Im Wald bei Elmau wurde gar ein antidemokratischer Schutzwall gezogen, mit rot-weißen Absperrbändern, die Kollateralschäden unter Wildtieren verhindern sollen,

Heute veröffentlichte Spiegel Online unter dem Titel „Demos zum G7-Gipfel: Polizei rechnet auch in München mit Krawallen“ einen Artikel, in dem die Polizei Stimmung machen kann.
„… In den Tagen danach werden sich nach Erkenntnissen des Münchner Polizeipräsidiums nicht nur friedliche Gipfel-Gegner auf den Weg nach München machen. … Man sei sehr gut vorbereitet, versichert Kopp. Wie viele Beamte in der Ausnahmewoche in der Stadt im Einsatz sind, bleibt geheim. …“

Folgenden Artikel wird man wohl vergeblich auf Spiegel Online suchen …

spon

Verwendetes Foto mit freundlicher Genehmigung von trueten.de

Über die »taz«

zitiert

»Blockupy griff Flüchtlinge an«

Unschöne Szenen gab es einige während der Blockupy-Proteste. Diese blieb besonders im Gedächtnis: Am Mittwochmorgen warfen Vermummte die Scheiben eines Jugendwohnhauses des katholischen Kolpingwerks im Frankfurter Ostend ein. Die Bewohner: 20 teils traumatisierte jugendliche Flüchtlinge.

So stand es am Freitag in der grün-bürgerlichen »taz«. Entgegen diesen Behauptungen gab es keinen Angriff auf das Flüchtlingsheim, wie es dann am Samstag hieß. Ebenfalls in der »taz«. Doch eine Richtigstellung ist in dem Beitrag vom Freitag nicht zu finden. Auch eine Methode …

Über klare Ansagen

zitiert

„… Ich bin jedoch in keiner Weise bereit, BILD oder einer von BILD betriebenen Plattform Veröffentlichungsrechte an meinen Fotos einzuräumen. Ich möchte ihnen das auch gerne begründen.
BILD trägt seit Jahren mit einer schier unerträglichen Hetze gegen Asylbewerber, Migranten, Moslems und nicht zuletzt auch Griechen eine nicht unerhebliche Verantwortung dafür, dass die diskriminierenden Thesen von Pegida in der Bevölkerung Deutschlands leider auf einen fruchtbaren Nährboden fallen. …

Herr Preiselbauer in einer Mail an eine Journalistin, die für BILD eine Anfrage zur Nutzung eines Fotos stellte.

Über Radikalos-Naked-Bike-Rider-Regierung

zitiert

„Das „Radikalos“-Image der griechischen Regierung wird für ihn dadurch verstärkt, dass Varoufakis etwas für Béla Anda Unerhörtes tut: Er fährt Motorrad. Eine 1300er-Yamaha (oder wie „Bild“ und Anda sie nennen: Kawasaki).“

Stefan Niggemeier über die griechenfeindliche „Bild“-Zeitung und den Journalisten und ehemaligen Regierungssprecher Béla Anda.

Unkommentiertes Bildmaterial von Faschisten

Immer wieder werden in tagesschau und ZDFheute Mitglieder des Faschistenregiments »Asow« als „Kiew-treuen Verteidiger“ oder „Freiwillige“ bezeichnet, ohne jegliche Einordnung oder Kommentierung gezeigt und interviewt.

In der heute-Sendung vom 11.02.2015 sendete das ZDF unkommentiert Bildmaterial des »Asow«-Bataillons, erkennbar an ihrem Symbol, einer Wolfsangel auf gelbem Grund sowie eine Schwarze Sonne.

ZDF heute
ZDFheute, 11.02.2015, 19 Uhr, Screenshot des Onlinestreams

Siehe auch:
Stefan Niggemeier: Die 20-Uhr-Wirklichkeit

TV-Tipp: Was geschah mit Elisabeth K.?

Sendetermin: Do, 05.06.14 | 22:45 Uhr | ARD
Pressemappe [pdf]

Als Deutschland Foltertod einer Studentin hinnahm (Welt, 01.06.)
Elisabeth Käsemann wurde 1977 von der Junta gefoltert und erschossen. Die Bundesregierung blieb überraschend tatenlos. Klaus von Dohnanyi äußert sich erstmals zum Tod der Deutschen in Argentinien.

ila-Buchbesprechungen zum Thema
Dass du zwei Tage schweigst unter der Folter
Elisabeth Käsemann, Klaus Zieschank, die Diktatur in Argentinien und die Leichen im Keller des Auswärtigen Amtes

Das AA und die argentinische Diktatur
Neue Erkenntnisse über die „Zurückhaltung“ des Auswärtigen Amtes

Parabel der totalitären Herrschaft
Der Roman „Unten sind ein paar Typen“ von Antonio Dal Masetto

Lektüreempfehlung: M&R Mai/Juni 2014

printIn der vergangene Woche erschien die rundum erneuerte Melodie und Rhythmus. Titelthema der Ausgabe: Class War. Musik & Klassenkampf also.

Im Editorial heißt es:

„Die ganze Welt schaut auf die dramatischen Ereignisse in der Ukraine. Was als hoffnungsvolle Protestbewegung begann, droht mit einer Geisterfahrt in einen dunklen Tunnel zu enden: Ultranationalistische und faschistische Kräfte streben – leider mit Unterstützung der deutschen Regierung – an die Macht. Was hat das mit populärer Musik zu tun? Sehr viel. Denn Musiker begleiten diese »Revolution« von rechts mit einer schaurigen Rattenfängermelodie und einem strammen Rhythmus, in dem wieder der altbekannte Marschtritt des Imperialismus zu hören ist.
Ein schlechter Zeitpunkt für den mit diesem Heft vollzogenen Neustart der M&R? Ganz im Gegenteil. Denn jetzt gilt es für alle emanzipativen Kräfte, sich zu sammeln und kulturelle Hegemonie zu erringen, wie es einst Antonio Gramsci gefordert hatte.“

M&R gibt es im Abo und im gutsortierten Zeitschriftenhandel.

Medialer Einheitsbrei

Gibt es in einer Stadt oder einer Region mehr als nur eine Regionalzeitung, wird so gern von medialer Vielfalt gesprochen.

Ganz sicher trifft dies nicht auf Stuttgart zu. Dort erscheinen die Stuttgarter Nachrichten und die größere Stuttgarter Zeitung. Beide Zeitungen gehören zur Südwestdeutschen Medien Holding (SWMH). Angesichts dramatisch fallender Auflagezahlen wird gespart, Stellen abgebaut oder ausgelagert. Mit der Folge, dass die journalistische Qualität immer weiter abnimmt.

Welche Möglichkeiten es dort so gibt, zeigen nun die beiden Blätter aus der schwäbischen Metropole. Künftig arbeiten beide bei der Regionalberichterstattung stärker zusammen und teilen sich künftig Fotografen.
Dadurch fallen in der Redaktion sechs Stellen weg.

Bei der Stuttgarter Zeitung liest es sich dann wie folgt:

„… weiterhin qualitativ hochwertige Produkte anbieten … bereits erfolgreich praktizierte Zusammenarbeit … Anpassungen im Personalbereich leider nicht zu vermeiden“