WDR-Doku-Serie über den Fall Oury Jalloh


Foto: facebook.com/oury.jalloh.77

Oury Jalloh und die Toten des Polizeireviers Dessau

Von Margot Overath

Ein Asylbewerber aus Afrika verbrennt 2005 im Polizeigewahrsam. Der an Händen und Füßen Gefesselte habe sich selbst angezündet, behaupten die Beamte. 15 Jahre lang scheitert die Justiz trotz mehrfacher Anläufe daran, den Fall aufzuklären – und macht ihn damit zum Politikum.

Über ein Jahrzehnt hat die Autorin den Fall verfolgt, Akten studiert, mit Zeugen, Polizisten, Staatsanwälten, Brandexperten, Rechtsmedizinern und Kriminologen gesprochen und dabei ein beklemmendes Bild gewonnen. Die Recherchen führen in eine Gemengelage, wie es sie zum Zeitpunkt der Tat nicht nur in Sachsen-Anhalt gab: Brutale Polizeitraditionen aus Vopo Zeiten gepaart mit offenem Alltagsrassismus und gewaltbereitem Rechtsradikalismus – verharmlost von Spitzen der Verwaltung und Politik. Manches davon wurde inzwischen zu einem bundesweiten Problem.

WDR5, Sendung Tiefenblick

Teil 1: Die Leiche ist schuld – 17. Mai 2020
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Teil 2: Auf den Bauch gelegt – 24. Mai 2020
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Teil 3: Der Bürger schlief tief und fest – 31. Mai 2020
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Teil 4: Opfer minderer Bedeutung – 07. Juni 2020
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Teil 5: Das höhere Gut – 14. Juni 2020
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Alle fünf Teile können auch als Podcast abonniert werden.

SLIME – Sie wollen wieder schiessen (dürfen)

Seit Jahren schon tritt die altgediente Punk-Kapelle Slime beim Hamburger Hafengeburtstag Anfang Mai auf. Die Fraktion der AfD wollte das diesmal verhindern – die Band sei linksextrem.
Mit 98 zu fünf Stimmen lehnte die Hamburger Bürgerschaft am Mittwochabend einen Antrag der AfD-Fraktion ab, einen Auftritt der Punkband Slime auf dem Hafengeburtstag am 8. Mai zu verbieten. Die Senatsfraktionen von SPD, Grünen, den Linken und der CDU stimmten geschlossen gegen den Antrag. Das war deutlich.

Quelle: SPON

Für die Band ist das die beste Promo für Ihr aktuelles Lied “Sie wollen wieder schiessen (dürfen)” …

»Projekt A« – eine Reise zu anarchistischen Projekten in Europa

Projekt A ist ein Insider-Film. Marcel Seehuber und Moritz Springer gewähren Einblicke in die faszinierende Gegenwelt anarchistischer Projekte. Dabei wird nicht nur die Geschichte der Anarchie erzählt, die beiden schaffen vielmehr eine Perspektive aus dem Inneren der Bewegung. Das Kamerateam muss sich selbst unter Planen vor Polizei-Hubschraubern verstecken, wenn es darum geht, einen Castor- Transport aufzuhalten. Bei einem Gang durch das Athener Stadtviertel Exarchia werden wir Zeuge, wie ein Mercedes ausbrennt, und, als die Feuerwehr eintrifft, um den Brand löschen zu helfen, geht bald auch das Feuerwehrauto in Flammen auf. Die Gewaltfrage schwelt in dem Film von der ersten Minute an. Die Reise führt von einem von Anwohnern wild angelegten Garten in Athen über Castor-Proteste in Deutschland bis nach Barcelona, in den kurzen Sommer der Anarchie 1936, der vom Spanischen Bürgerkrieg brutal erstickt wird. Die größte anarchosyndikalistische Gewerkschaft heute (über 60.000 Mitglieder) ist die CGT. Sie verfolgt die Ideale der Anarchisten: Netzwerke, horizontale Strukturen, Selbstverantwortung und Selbstverwaltung, autonome Organisationen ohne Hierarchien. Die Anarchisten wollen sich selbst und die Welt verändern und kämpfen gegen die Übermacht des Staates an, seine Organisationen, den Klerus, alles zentralistisch Verwaltete. Als die Senioren der Stillen Straße in Pankow gegen die Schließung ihrer Begegnungsstätte protestieren, macht ihnen die Aktivistin Hanna, die sich vorher an die Bahngleise gekettet hat, Mut für ihren Kampf gegen die staatlichen Machtstrukturen. Dieser Kampf hört niemals auf. Widerstand ist zweckfrei.

Ein Film von Moritz Springer und Marcel Seehuber, der den Publikumspreis beim Filmfest München 2015 erhielt.
Die Filmpremiere findet am Dienstag, 02.02.2015, in der Volksbühne Berlin statt. Die Tickets kosten 8,- Euro bzw. 6,- Euro (ermäßigt).

Link:
www.projekta-film.net

via southvibez

Wünschenswerte Artikel – Folge 1

In Kürze werden sich im bayrischen Elmau einige Staats- und Regierungschefs verschanzen, geschützt von einem Großaufgebot von über 17.000 Polizisten, wohlwollend begleitet von zahlreichen Medienvertretern.
Wie auch bei früheren G7- bzw. G8-Gipfeln, werden wieder zehntausende Menschen gegen die Politik jener protestieren. Die Auswahl des Veranstaltungsortes ist bewusst getroffen worden. Abseits, gut abzusperren. Im Wald bei Elmau wurde gar ein antidemokratischer Schutzwall gezogen, mit rot-weißen Absperrbändern, die Kollateralschäden unter Wildtieren verhindern sollen,

Heute veröffentlichte Spiegel Online unter dem Titel “Demos zum G7-Gipfel: Polizei rechnet auch in München mit Krawallen” einen Artikel, in dem die Polizei Stimmung machen kann.
“… In den Tagen danach werden sich nach Erkenntnissen des Münchner Polizeipräsidiums nicht nur friedliche Gipfel-Gegner auf den Weg nach München machen. … Man sei sehr gut vorbereitet, versichert Kopp. Wie viele Beamte in der Ausnahmewoche in der Stadt im Einsatz sind, bleibt geheim. …”

Folgenden Artikel wird man wohl vergeblich auf Spiegel Online suchen …

spon

Verwendetes Foto mit freundlicher Genehmigung von trueten.de

Spendenaufruf: Protect Freedom of Speech & Keep Mumia on the Air

Im Oktober 2014 wurde in Pennsylvania, USA ein Gesetz verabschiedet, welches tief in die Grundrechte von Gefangenen eingreift. Regierung, Polizei und die Konzerne der Gefängnisindustrie möchten Gefangenen im Bundesstaat die Freie Rede und den Kontakt zur Aussenwelt verbieten.

Mumia Abu-Jamal, Prison Radio und andere Menschenrechts-Aktivist*innen gehen nun seit einigen Tagen juristisch gegen das neue Gefangenen-Maulkorb-Gesetz in Pennsylvania vor.

In diesem Zusammenhang veröffentlichte Prison Radio einen Spendenaufruf:

Kippt Senatsvorlage 508: Verteidigt das in der US – Verfassung garantierte Recht auf Meinungsfreiheit für Gefangene, Journalisten & uns alle.

Mit dieser Kampagne beginnt der Kampf des Prison Radio Defense Fund PRDF (Verteidigungsfonds des Gefängnisradios) gegen das von Ex – Gouverneur Corbett bereits unterschriebene, als „Senatsvorlage 508“ bezeichnete Gesetz des Staates Pennsylvania, das es Gefangenen und ehemaligen Gefangenen verbieten will, sich öffentlich zu äußern. Dieses Gesetz richtet sich gegen Journalisten, ehrenamtliche Helfer und andere Personen, die Gefangene bei deren Kommunikation mit der Außenwelt unterstützen.

Was eure Spende bewirkt :

• Sie ermöglicht den Rechtsstreit zur Aufhebung des SB 508.

• Sie finanziert US – weit und international die Arbeit des Prison Radio zur Aufnahme und Verbreitung der Stellungnahmen Mumia Abu – Jamals und anderer Gefangener.

• Sie schützt das im US – amerikanischen Ersten Verfassungszusatz garantierte Recht auf freie Meinungsäußerung.

• Sie wird Dollar für Dollar verdoppelt. Der Redwood Justice Fund (Redwood – Rechtsstiftung) hat zugesagt, jeden Ihrer Beiträge bis $ 45 000 (€ 36 000) bis zum Jahresende in gleicher Höhe aufzustocken!

Zur Spendenseite: Jetzt spenden!

Note from Mumia

arte: Überleben nach dem Spanischen Bürgerkrieg

30 Jahre lang versteckt sich Manuel Cortés in einem Wandverschlag im eigenen Heim. Sein Leben im Untergrund beginnt, als die Faschisten 1939 im Spanischen Bürgerkrieg siegen. Vor Francos faschistischer Diktatur war Manuel Cortés republikanischer Bürgermeister von Mijas. Nach dem Krieg muss er Angst haben, von Francos Truppen gefoltert und getötet zu werden. weiterlesen

Regie: Manuel H. Martin / Origin: ARTE F / Land: Spanien / Jahr: 2012